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Amphibienaktionen – gemeinsam Kröten, Frösche und Molche schützen

Jedes Frühjahr machen sich Amphibien auf den Weg von ihren Winterquartieren zu ihren Laichgewässern. Dabei müssen viele Tiere Straßen überqueren. Genau hier setzen Amphibienaktionen an: Helferinnen und Helfer sammeln die Tiere an geeigneten Stellen ein und bringen sie sicher über die Straße.

Wann findet die Amphibienwanderung statt?

Die Hauptwanderzeit liegt meistens zwischen Ende Februar und Mitte April. Der genaue Beginn hängt stark vom Wetter ab.

Besonders viele Amphibien sind unterwegs, wenn

  • die Temperaturen am Abend über etwa 5 bis 6 °C liegen,
  • es feucht ist oder regnet,
  • wenig Wind herrscht und
  • die Temperaturen auch nachts relativ mild bleiben.

Je nach Wetter kann die Wanderung in einzelnen Jahren früher oder später beginnen. Auch längere Pausen durch Kälteeinbrüche sind möglich.

Was macht man bei einer Amphibienaktion?

Während der Wanderungszeit kontrollieren Helfer die bekannten Wanderstrecken und sammeln Amphibien ein, die auf ihrem Weg zum Laichgewässer Straßen überqueren müssen.

Bei uns befindet sich nur in der Theodor-Heuss-Straße ein Krötenzaun. Dort werden die Tiere entlang des Zauns in Fangeimer geleitet und anschließend von den Helfern sicher auf die andere Straßenseite gebracht.

An den weiteren betreuten Stellen können die Tiere je nach örtlicher Situation direkt entlang der Straße gefunden und eingesammelt werden.

Bei uns werden Helfer ausschließlich am Abend benötigt. Die Kontrollen finden dann statt, wenn die Amphibien bei geeigneter Witterung aktiv werden.

Die gefundenen Tiere werden außerdem dokumentiert. Dabei werden insbesondere Art und Anzahl erfasst und anschließend über das Handy gemeldet.

Was braucht man?

Für die Teilnahme sind keine besonderen Vorkenntnisse notwendig. Neue Helfer können vor Ort eingewiesen werden.

Für die Einsätze sollte folgende Ausrüstung mitgebracht werden:

  • Warnweste
  • Taschenlampe oder Stirnlampe
  • wetterfeste Kleidung
  • geeignete, möglichst wasserfeste Schuhe
  • Handschuhe nach persönlicher Vorliebe
  • Eimer – gerne mehrere
  • Handy zur Meldung der erfassten Daten

Da die Einsätze abends und teilweise bei Regen stattfinden, sind gute Sichtbarkeit und wetterfeste Kleidung besonders wichtig.

Wie werden Amphibien richtig behandelt?

Amphibien besitzen eine empfindliche Haut und sollten deshalb nur so lange wie notwendig angefasst werden.

Die Tiere werden vorsichtig aufgenommen, in einem Eimer gesammelt und anschließend auf der sicheren Straßenseite wieder freigelassen.

Unnötiges Festhalten oder längere Fotoaufnahmen sollten vermieden werden. Ziel ist es, die Tiere möglichst schnell und stressarm auf ihrem natürlichen Wanderweg weiterziehen zu lassen.

Welche Amphibien finden wir bei unseren Aktionen?

Bei unseren Amphibienaktionen werden vor allem folgende Arten gefunden:

Erdkröte

Die Erdkröte gehört zu den häufigsten Arten bei Amphibienwanderungen. Sie wandert im Frühjahr teilweise in großer Zahl zu ihren traditionellen Laichgewässern.

Typisch sind ihre gedrungene Körperform, die bräunliche Färbung und die deutlich warzige Haut.

Springfrosch

Der Springfrosch gehört zu den früh wandernden Amphibienarten. Er ist meist schlanker gebaut als eine Erdkröte und besitzt auffallend lange Hinterbeine.

Seinen Namen verdankt er seiner Fähigkeit, besonders weite Sprünge zu machen.

Bergmolch

Der Bergmolch ist deutlich kleiner als Kröten und Frösche und fällt besonders durch seine kräftig orange bis rötlich gefärbte Bauchseite auf.

Auch Bergmolche wandern im Frühjahr aus ihren Winterquartieren zu geeigneten Laichgewässern und können dabei an Straßen oder Krötenzäunen gefunden werden.

Grünfrösche

Unter dem Begriff Grünfrösche werden mehrere eng verwandte Froscharten zusammengefasst. Dazu gehören beispielsweise Teichfrosch, Kleiner Wasserfrosch und Seefrosch.

Typisch ist ihre meist grüne bis grünbraune Färbung. Die einzelnen Arten sind teilweise nur schwer sicher voneinander zu unterscheiden, weshalb sie bei der Erfassung auch gemeinsam als Grünfrösche angegeben werden können.

Warum sind Amphibienaktionen wichtig?

Viele Amphibien kehren jedes Jahr zu denselben Laichgewässern zurück. Befindet sich zwischen Winterquartier und Gewässer eine Straße, entsteht für die Tiere eine erhebliche Gefahr.

Vor allem in warmen und feuchten Nächten können innerhalb kurzer Zeit sehr viele Tiere gleichzeitig unterwegs sein.

Durch das Einsammeln und sichere Überqueren der Straßen können Verluste deutlich reduziert werden. Gleichzeitig liefern die erfassten Daten wichtige Informationen darüber, welche Arten vorkommen und wie sich die Bestände langfristig entwickeln.

Mithelfen kann jeder

Für die Teilnahme an einer Amphibienaktion sind normalerweise keine besonderen Kenntnisse erforderlich.

Schon ein einzelner Abend kann helfen – besonders bei mildem und regnerischem Wetter, wenn innerhalb kurzer Zeit viele Amphibien unterwegs sind.

Neben dem direkten Beitrag zum Artenschutz bietet eine Amphibienaktion auch die Möglichkeit, heimische Erdkröten, Frösche und Molche aus nächster Nähe kennenzulernen.

Theodor-Heuss-Straße

Die Theodor-Heuss-Straße ist unser einziger Standort mit fest eingerichtetem Krötenzaun.

Während der Amphibienwanderung werden die Tiere durch den Zaun zu den vorgesehenen Fangeimern geleitet. Die Aufgabe der Helfer besteht darin, die Eimer am Abend zu kontrollieren und die gefundenen Amphibien vorsichtig aufzunehmen.

Eine Besonderheit dieses Standorts ist, dass der Teich auf der gegenüberliegenden Straßenseite von Amphibien freigehalten werden soll. Die gefundenen Tiere werden deshalb nicht dort ausgesetzt.

Stattdessen werden die eingesammelten Amphibien gesammelt und anschließend zum Teich an der Ottostraße gebracht, wo sie wieder freigelassen werden. Der Transport erfolgt im Rahmen der vorgesehenen Amphibienschutzmaßnahme.

Anschließend werden die Funde dokumentiert und über das Handy gemeldet.

Karte

Ottostraße

Die Ottostraße gehört ebenfalls zu unseren regelmäßig betreuten Wanderstrecken.

Hier gibt es keinen Krötenzaun. Die Amphibien müssen daher direkt entlang des Straßenbereichs gesucht und aufgenommen werden. Besonders bei mildem und feuchtem Wetter können innerhalb kurzer Zeit mehrere Tiere unterwegs sein.

Die Helfer kontrollieren den auf der Karte gekennzeichneten Bereich am Abend, sammeln die gefundenen Amphibien ein und bringen sie sicher über die Straße. Anschließend werden Art und Anzahl der Tiere gemeldet.

Karte

Karl-Huber-Straße

Auch die Karl-Huber-Straße ist eine von uns betreute Amphibien-Wanderstrecke.

Wie an der Ottostraße gibt es hier keinen Krötenzaun. Die Tiere werden deshalb während der abendlichen Kontrolle direkt im gekennzeichneten Bereich gesucht. Gefundene Amphibien werden vorsichtig eingesammelt und sicher auf die andere Straßenseite gebracht.

Da sich die Aktivität der Tiere stark nach Temperatur und Feuchtigkeit richtet, kann die Anzahl der gefundenen Amphibien von Abend zu Abend deutlich schwanken.

Nach Abschluss der Kontrolle werden die Funde über das Handy dokumentiert.

Karte